
Der Kosovo-Krieg mit allem Drum und Dran entpuppt sich immer mehr als ein US-amerikanischer (Wirtschafts-) Krieg gegen Europa. Die Auslieferung und das Kopfgeld für den ehemaligen Staatspräsidenten Jugoslawiens Milosevic, zielen auf die Zerschlagung (Rest-) Jugoslawiens, bestehend aus Serbien und Montenegro. Diese beiden Staaten werden als "vereinsamte Schuldnerländer" (Stratfor.com) dastehen. Insbesondere Serbien wird ohne den ungehinderten Zugang zu den Adria-Häfen Montenegros mehr Last für Europa sein als eine Lust.
Außerdem wird laut Friedensvertrag von Kumonovo das Kosovo, ehemals Teil Jugoslawiens, nicht mehr zu Serbien kommen, sondern das Kosovo wird in die Unabhängigkeit entlassen, als ein eigener Staat. Gegen die UNO-Resolution 1244 oder gegen den Grundsatz von Helsinki, daß Staatsgrenzen nie wieder mit Krieg verändert werden dürfen, würde nicht verstoßen.
Der ehemalige Vielvölkerstaat Jugoslawien wird demnächst aufgeteilt sein in sechs Nationalstaaten. Diese werden auf Jahrzehnte hinaus beherrschbar, jedoch überwiegend als abhängige Nehmerländer; sie werden über Jahre auf finanzielle Unterstützung durch Europa angewiesen sein.
Zu den Geberländern werden die USA nur bedingt zählen. Was geben die auch?
Die Behauptung der sog. "Anti-Deutschen Linken", daß der Kosovo-Krieg ein deutscher Krieg sei, zeigt sich nach Abzug der Rauchschwaden als nicht haltbar. Allenfalls sind die Deutschen "betrogene Betrüger". Sie sind nicht die Sieger dieses Kosovo-Krieges. Die deutschen Steuerzahler werden dafür - im wahrsten Sinne des Wortes - zahlen, in Euro und zwar jahrelang.
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Autor: © Stefan Pribnow, Berlin
Foto: AK Foto
Erstverwertung: Philosophischer Salon
Erstveröffentlichung: www.kalaschnikow.de
Update: Berlin, 03.07.2001
Quelle: www.roter-salon.info
Update: Berlin, 11.01.2003