
Im Jahre 1962, so notieren es fleißige Chronisten, versammelten sich die großen westlichen Industrienationen und nannten es G10. Das G stand für groß und die 10 für: USA, Frankreich, Belgien, Italien, BRD, Kanada, Japan, Niederlande, GB und Schweden. Aber auch die Schweizer mogelten sich in die Kaminrunde unter dem Patronat des Internationalen Währundsfonds (IWF). Es war eigentlich eine Runde der G11. Aber weil die Eidgenossen nicht Mitglied im erlauchten IWF waren, wurden sie nicht mitgezählt.
Elf Jahre später wurde der Kreis zur G5 verkleinert. Nun waren die USA, BRD, GB, Frankreich und Japan unter sich. Beim ersten Treffen 1975 sprachen Giscard d`Estaing und Helmut Schmidt erstmals von einem "Weltwirtschaftsgipfel", der auf Schloß Rambouillet stattfand.
Ein Jahr darauf schon kompensierten die US-Amerikaner die Übermacht der Westeuropäer, indem sie Kanada wieder ins Boot holten. Die G7 war geboren.
Seit 1997 nun ist auch Russland mit von der Partie. Aber Boris Jelzin wurde vorerst nur zu den politischen Themen hereingebeten. Auch heute, 2001 in Genua, reist Russlands Präsident Wladimir Putin später als die Glorreichen Sieben an.
Zum ersten Mal geraten 1999 in Köln die Gipfelgegner in das öffentliche Bewusstsein. Noch nie zuvor gab es in aller Öffentlichkeit, also auf der Straße, einen solchen massiven Protest. 50 000 "Globalisierungsgegner" forderten die Streichung der Schulden der ärmsten Länder der Welt. Eine riesige Menschenkette wurde um den Tagungsort, das Museum Ludwig, gezogen. Und es schien, als hätten sie Erfolg. Die G8 gewährte einen Schuldenerlaß in Höhe von 70 Milliarden US-Dollar.
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Autor: © Stefan Pribnow, Berlin
Foto: AK Foto
Erstverwertung: Philosophischer Salon
Erstveröffentlichung: www.kalaschnikow.de
Update: Berlin, 20.07.2001
Quelle: www.roter-salon.info
Update: Berlin, 11.01.2003