
Ja, der israelische Staat läßt Palästinenser auf offener Straße ermorden. Der 23jährige Mahmud Salah wurde umgebracht, regelrecht ermordet. Er soll nach Polizeiangaben einen Sprengstoffgürtel um den Bauch getragen haben. Hat er aber nicht. Die israelische Polizei lügt. Er habe sich geweigert, sich umzudrehen, sagt der israelische Polizeisprecher Kobi Zarhad. Falsch. Er wurde eiskalt erschossen und dann auf dem Straßenaspalt platziert. Das beweisen Fotos, die jetzt im Intenet um die Welt gehen.
Der Betrachter der Bilder kann erkennen, daß zwei Männer festgenommen wurden. Der eine trägt ein markantes blaues Oberhemd, der andere eine ebenfalls auffällige hellbraune Hose (siehe Bild oben). Sie tragen noch ihre Kleidung am Leib. Dann sieht man einen Mann, der schon kaum noch Kleidung an hat. Und man kann sehen, daß er keinen Sprengstoffgürtel. Mahmud Salah ist auf offener Straße festgehalten worden und liegt jetzt wehrlos, von schwerbewaffneten Männer auf den Boden gedrückt.
Er habe einen langen Mantel getragen und sich geweigert, ihn auszuziehen. Daraufhin habe die Polizei auf ihn geschossen, heiß es bei der ersten offiziellen Mitteilung. Kein Foto belegt die Mantelversion. Etwas später korriegierten die Israelis ihre Dramaturgie. Er habe ständig versucht, diese Bombe zu zünden, behauptete später die Polizei, deshalb sei die Entscheidung gefällt worden, ihn zu exekutieren. Doch nicht ein einziges der heimlich aufgenommenen Fotos belegt diese Aussage.
Ganz im Gegenteil: Alle Zeugen sprechen von einer "kaltblütigen Ermordung" des Palästinensers. Zehn Zeugen erklärten gegenüber einer Nachrichtenagentur, dass Salah erst eine halbe Stunde nach seiner Festnahme erschossen worden sei. Damit niemand Augenzeuge der Ermordung wird, schossen die Soldaten in die Luft. Die Anwesenden sollten verängstigt und verscheucht werden, so wie wenn man mit Luftgewehrsalven die Spatzen aus dem Kirschbaum holt. Das belegen auch andere Standbilder aus der Filmsequenz, die derzeit im Internet kursiert.

Um die offizielle Version der israelischen Soldaten und Polizisten zu untermauern, wurde ein Sprengstoffroboter herbeigeschaft und medienwirksam in Szene gesetzt. Jene Bilder gingen um die Welt. Die bürgerliche Journalie zeigte, was man ihnen zum Zeigen gab. TV-Bilder liefen zur besten Sendezeit über die Mattscheibe und lieferten die offizielle Version. Alles inszeniert. Alles Lüge.
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Autor: © Stefan Pribnow, Berlin 14.03.2002
Foto: AP, DPA
Erstverwertung: Philosophischer Salon e.V, Berlin
Erstveröffentlichung: www.kalaschnikow.de
Update: Berlin, 14.03.2002
Quelle: www.roter-salon.info
Update: Berlin, 11.01.2003