Günter Schabowski
Heute ist der 9. November. Ein deutscher Schicksalstag des 20. Jahrhundert. Am 9. November 1918 begann in Deutschland die Revolution gegen den deutschen Imperialismus, das Wilhelminische Deutschland. Als an der Front nicht mehr viel zu holen war, die Pickelhaubenfraktion reihenweise fiel und als Leich gen Heimat reiste, da kippte auch die Heimatfront. Damit wurde das Ende des Krieges eingeleitet. Doch kurz darauf scheiterte diese Revolution in ihrem pazifistisch-proletarischen Charakter. Für die rechten, insbesondere die Nazis, blieben die Ereignisse des 9. November dennoch der Anlaß für fanatische Polemik. Am 9. November 1923 versuchte es Adolf Hitler seinem damaligen Vorbild Mussolini nachzumachen und nach einem Putsch in München auf Berlin zu marschieren. Die Füße trugen nicht weit. Der Putsch scheitere an den Polizeiketten vor der Feldherrnhalle.
Das bitterste Ereignis waren die Pogrome am 9. November 1938, als die Nazis, ein Attentat auf einen deutschen Diplomaten in Paris als Vorwand nehmend, zu massiven Angriffen auf die in Deutschland verbliebene jüdische Bevölkerung schritt. Wer konnte und ahnte, kehrte Hitler-Deutschland den Rücken. Hunderte wurden damals ermordet, Tausende verhaftet. Mit den Pogromen vom 9. November gingen die Nazis in eine neue Phase der Judenverfolgung, die schließlich in der Shoa endete.

Das Zettel-Dokument zur Maueröffnung
Am 9. November 1989 verlas der SED-Politiker Günter Schabowski einen "Zettel", mit dem er eine in dieser Form nicht geplante "Maueröffnung" einleitete. An diesem 9. November 1989 begann die Endphase des Zusammenbruchs der DDR.
Nun wächst zusammen, was nicht zusammen ging, und darüber wachsen Stilblüten.
- Autor: © Stefan Pribnow, Berlin, 09.11.2002
Foto: AK Foto
Erstverwertung: Philosophischer Salon e.V, Berlin
Erstveröffentlichung: www.kalaschnikow.de
Update: Berlin, 12.11.2002
Quelle: www.roter-salon.info
Update: Berlin, 11.01.2003